Das harte Leben von Fernstudenten

05/01/2010

Fünfe gerade sein lassen…

Filed under: Tagebuch im Fernstudentenleben — studentin @ 17:03
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Ich habe jemanden gefunden, der die Sache genauso sieht wie ich! Welche Sache?! Na die mit dem Lernen! Ihr wisst schon – so als fleißige Leser – dass es keine Kunst ist, auf eine 1 in der Prüfung zu lernen und diese Prüfung dann doch tatsächlich zu bestehen! Nein, die Kunst ist es, sie eigentlich gar nicht bestehen zu können und trotzdem zu bestehen! Tja, und genau hier habe ich einen Kommilitonen gefunden, der es noch auf die Spitze treibt!

Zitat (Forum):

„Hallo zusammen,

weiß zufällig jemand, was wir an Unterlagen in die eigentliche Klausur mitnehmen dürfen?“

Antwort: „Nichts!“

Reaktion:

„na klasse….

Bin jetzt erst bei Seite 105 im VWL Buch..

Hier sei angemerkt, dass besagtes VWL-Buch 410 Seiten umfasst und die Klausur desjenigen in 11 Tagen ansteht. Nun mein erster Gedanke war: Jeder findet seinen Meister und der Mensch treibt´s ja noch risikoreicher als ich! Aber mein zweiter Gedanke glich eigentlich eher einem wohlig warmen Gefühl im Bauch! Ha! Ich hab schon mehr gemacht für die Klausur! Welch ein gutes Gefühl. Ich bin ja doch RELATIV gut vorbereitet – im Gegensatz zu anderen. Auch wenn es im Gegensatz zu nur einem anderen ist…

😀 Toll!

Klausur – Du kannst kommen!

04/01/2010

Gibt es etwas Langweiligeres….?

Filed under: Uncategorized — studentin @ 09:23
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Und damit meine ich jetzt nicht Mathematik im Speziellen. Ja, ich meine noch nicht einmal das Lernen oder ein Fernstudium im Allgemeinen! NEIN! Ich meine die Hobbys anderer Menschen…!

Es soll ja Menschen geben, die sich 3-4 Mal pro Woche aufraffen um zu laufen. 10 km und mehr! Glaubt man es? Also ich muss mich vor evolutionär nicht so gut gestellten Lebewesen nicht ständig damit profilieren, dass ich aufrecht auf 2 Beinen laufen kann. Nein. Ich kann damit leben, es für mich zu wissen und mich hin und wieder beim Gang zum Kühlschrank davon zu überzeugen, dass ich es noch kann. Aber viele (erschreckend viele!) Menschen sehen Laufen als ihr Hobby an und tun es immer wieder! Nach beendetem Lauf tun ihnen dann die Beine weh, sie schwitzen und zudem ist auch noch die Waschmaschine voll mit durchnässten, übel riechenden Laufsachen. Mir erschließt sich diese Faszination nicht, aber sei es drum.

Ein anderes für mich komplett uninteressantes Hobby besteht darin, sich mit IT zu beschäftigen. Mir reicht mein Wissen, wie ich die schon alltäglich gewordenen Dinge wie emails, Twitter, blog, Foren (dazu gab es vor einiger Zeit schon mal ein Statement von mir….) bewältige und ich kann mit geeigneter Software sogar Statistiken erstellen und Präsentationen anfertigen. Hier ruft mein Interesse aber auch schon „HALT!!!“. Mehr will ich nicht. Ich will mich dem auch nicht komplett verschließen, aber ich muss auch nicht alles Neue kennen und über alles Bescheid wissen. Und dass ich damit gut durchs Leben komme, habe ich meinem Mann zu verdanken!

René Büst – seines Zeichens Diplom-Informatiker (FH), angehender Master of Science im Bereich „IT-Management and Information Systems“ und totaler TechnikFreak – hält mich über alles auf dem Laufenden! Er filtert (mehr oder weniger effizient) für mich wichtige Infos heraus und versorgt mich damit. Und: Habe ich weitergehende Fragen, weiß er immer eine Antwort! Er kennt alles Neue, bald Kommende, schon wieder Vergessene, sich Verändernde, bald Ersetzte, was es in der IT-Welt und drumherum so zu wissen gibt. Und wer nur 1 Mal nach ihm googlet, sieht sich auch sofort über sein größtes Steckenpferd informiert: Dem CLOUD COMPUTING! Ich würde euch an dieser Stelle ja nun gerne kurz und kompetent darüber informieren, was Cloud Computing ist, aber dann wäre sein blog ja vollkommen umsonst.  (Obwohl es natürlich keine Schwierigkeit für mich wäre, das zu tun….. *hust*)

Hier also der link für alle Interessierten und alle, die mir noch was schuldig sind 😉

http://clouduser.org/

Für mich gibt es wirklich nicht viel, was langweiliger ist, aber ich weiß, dass es nicht allen so geht wie mir! Also gebe ich dem ganzen eine Chance.

(Na gut – meine Intention besteht eigentlich darin, dass es genug andere Menschen gibt, die das interessiert, sodass ich nicht immer damit behelligt werde… Gegen Ende der Woche soll sogar das Forum online sein: http://clouduser.org/forum Und dann muss ich mir die spannenden Geschichten nicht immer anhören und ich habe abends die Fernbedienung für mich, wenn René das Forum pflegt. Aber pssst…..)

03/01/2010

Man ist ja schon mit wenig zufrieden…

Filed under: Tagebuch im Fernstudentenleben — studentin @ 15:03
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Allen erstmal ein frohes und gesundes Jahr 2010! Mögen unsere Wünsche in Erfüllung gehen und die Umstände günstig sein, alle unsere Ziele zu erreichen!

Mein erstes Ziel dieses Jahr lässt sich mit einem Wort beschreiben: „BESTEHEN!“ Ja, ich würde wirklich gerne meine Klausuren, die bereits in wenigen Tagen anstehen, bestehen! Entscheidend hierbei ist, dass ich es nicht auf eine 1 vor dem Komma anlege – ja nicht mal auf eine 2! Eine simple 4,0 reicht mir! Mehr will ich doch gar nicht! Das sollte doch zu schaffen sein, meint nun der ein oder andere. ABER: Ich habe ja nicht auf eine 1,0 gelernt und hoffe, wenigstens eine 4,0 zu erreichen. Oh nein!

Ein Beispiel: Mein derzeitiges Lieblingsfach Mathematik (auffälliges Husten, welches Ironie andeutet) bereitet mir doch erhebliche Probleme. Zunächst suchte ich mir einen Nachhilfelehrer – an dieser Stelle sei Marc gedankt! – allerdings musste ich feststellen, dass mir der allseits bekannte „Urschleim“ leider total abhanden gekommen war. Da war es mein Plan, die Matheklausur ins nächste Semester zu schieben und mich vorerst damit zu begnügen, die Grundrechenarten sicher zu beherrschen. Aber irgendwie versteckte sich in meinem Hinterkopf doch der Ehrgeiz, alle Klausuren pünktlich zu schreiben. Dieser Ehrgeiz veranlasste mich unterbewusst, die Abmeldefrist für besagte Klausur verstreichen zu lassen.

Und plötzlich – am Tag der verstrichenen, nicht wieder einholbaren, für immer verpassten Frist – kam die PANIK!!! Hilfe! Ich kann Mathe immer noch nicht!

Na ja, ich kann schon ausrechnen, wie viel Wechselgeld ich an der Kasse wiederbekomme. Und wenn Oma Meier 1 Huhn hat, was täglich 1 Ei legt und sich ein 2. Huhn zulegt, was täglich 1 Ei legt, kann ich auch gerade noch die Wachstumsrate ihrer Eierausbeute benennen. Aber da hört´s im Großen und Ganzen auch schon auf… Komischerweise (und ich meine nicht lustig-komisch) hat mir dieses Wissen und Können bis dato vollkommen gereicht! Aber nun will man von mir, dass ich Freiheitsgrade linearer Gleichungssysteme bestimme (für Vorschläge wäre ich sehr dankbar…). Oder ich soll wissen, welche geometrische Bedeutung eine Ableitung für einen festen Wert bezüglich der Kurve zur Funktion hat (hier brauche ich keine Vorschläge > hoffnungslos)!

AAAAAAAHHHHH!!!!!!!!!!

Nun gut, dachte ich mir. Beginne ich doch am Anfang! „Mathematik zum Studiumsanfang – die wichtigsten Grundlagen aus der Schulzeit verständlich erklärt“. Vielen Dank an Peter Dörsam, der es wenigstens versucht…. Ich glaube, ich bin nie zur Schule gegangen… Böhmische Dörfer kenne ich dagegen wie meine Westentasche! Und bahnhöfisch verstehe ich dagegen auch sehr gut…

Ich habe mich nun also mehrere Stunden durch diese 54 Seiten extrem wertvollen Wissens gequält – und bin damit zufrieden! Hey, ich bin wieder auf dem Stand, wie nach Abschluss meines Grundkurses Mathematik auf der Schule. Das reicht doch erstmal! Auf eine 1,0 im Studium hinlernen und dann Bestehen kann doch jeder! Ich denke, es sagt viel mehr über meine unglaubliche Intelligenz aus, wenn ich in der Lage bin, mit meinem Abi-Wissen Studienprüfungen zu bestehen! Also: Bücher weg, Kaffeemaschine an, Apfelkuchen in den Ofen und Beine hoch!

In diesem Sinne: Dabei ist alles! Genießt den Sonntag!

17/12/2009

Reise in die Einöde….

Hallo ihr Lieben,

jaaaaa – es gibt mich noch! Und auch dieser blog hat noch seine Daseinsberechtigung. Aber: Gut Ding braucht Weile und daher war eine schöpferische Pause angesagt.

Diese wurde gestern offiziell auf dem Weihnachtsmarkt Wiedenbrück beendet! Hier wurde es sich zum Ziel gemacht, bereits vor Einbruch der Dunkelheit jede Glühweinsorte jedes Standes einmal probiert zu haben. Das Repertoire reichte von ganz gewöhnlichem Glühwein über Kirsch- und Heidelbeerglühwein mit Station bei weißem Glühwein, als Ausreißer ein paar heiße Pfläumchen mit Sahne bis hin zu – einer heißen Milch mit Honig im Café am Eck zum Wiederaufwärmen…. Ja! Wir sind aus der Übung! Wir vertragen nicht viel, wir frieren schnell und zu süß wurde uns das ganze am Ende auch noch….

Da drängt sich doch die Frage auf, ob einem das Studieren wirklich so gut bekommt! Das Lebertraining lässt man plötzlich sein, obwohl man sich die Kondition jahrelang hart antrainiert hat. Man verweichlicht und meckert schon nach 3 Stunden Stehen auf dem Weihnachtsmarkt über die Kälte und die schmerzenden Füße… Ist es das, was wir wollen?!

Aber dann kommen einem wieder die vielen tollen Gründe ins Bewusstsein, weshalb man sich für das zeitintensive und anstrengende Fernstudium entschieden hat:

  • Wir wollen im Beruf weiter kommen.
  • Wir können es einfach!
  • Wir wollen mehr verdienen.
  • Wir können es einfach!
  • Das Diplom macht sich über dem Kamin so toll…..
  • Wir können es einfach!

Und die Vernunft hat uns wieder!

Mal ehrlich: Es müssen ja nicht immer sämtliche Glühweinsorten sein. Und 2 Stunden genügen ja auch….

Ich hoffe, wir alle können über die Feiertage ein wenig abschalten und auch mal ausspannen und dann mit ungeminderter Motivation auch problemlos wieder in den Lern- und Arbeitsalltag einsteigen! Denn wir wissen ja, wofür es gut ist….

In diesem Sinne: Euch allen noch eine ruhige Vorweihnachtszeit und schöne Festtage und gaaaaanz viel Motivation für´s Weitermachen!

04/11/2009

Ich wäre gerne Schnee…

Filed under: Tagebuch im Fernstudentenleben — studentin @ 10:44
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…dann könnte ich morgens liegen bleiben.

Aber ich quäle mich brav jeden Morgen aus dem Bett, frühstücke und bereite dann auch schon meinen Schreibtisch vor, um frisch ausgeruht loszulegen! Vorbildlich. T – 66 Tage bis zur ersten Klausur.

Motivationsgrund: Ich will ein Diplom an der Wand hängen haben. Direkt neben meinem ikea-Blumenbild.

03/11/2009

Überall dabei!

Ohne ständiges Feedback, dessen Fehlen mittlerweile schon einige Male angemerkt wurde, ist es sehr schwierig sich selbst und seinen Leistungen permanent zu vertrauen. Immer wieder kommen Selbstzweifel auf, ob man genug lernt, das richtige lernt usw… Jeder kennt es und es wurde auch schon ausreichend dargestellt in diesem Blog.

Nun neige ich dazu mir vorzunehmen, alles Mögliche einfach nochmal woanders nachzulesen. Damit sich mein Wissen festigt, zusätzliche Aspekte in Erscheinung treten und ich einfach ein gutes Gewissen habe. So kommt es, dass Buchempfehlungen anderer Studenten prompt auf dem Wunschzettel von amazon landen. Ebenso empfohlene weiterführende Literatur. PLUS Aufgabenbücher mit extra ausführlichen Musterlösungen.

TOP! Wenn ein Semester 24 Monate dauern würde. Und TOP! Wenn man denn so viel Geld und so viel Platz hätte diese ganzen Bücher überhaupt unterzubringen. Und dennoch wächst mein Bücher-Wunschzettel ins Unermessliche. Aber ich dachte mir, dem kann ich doch Abhilfe schaffen, wenn ich nur eine Bibliothek finden würde, in der ich auch Bücher finde, die unseren wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen.

EINE Bibliothek?! Nein! NRW hat doch mehr zu bieten. Und so kommt es, dass ich nach nur30 Minuten Recherche bei der Uni-Bibliothek Paderborn und Bielefeld angemeldet bin. Beide jeweils 35 km von meinem Wohnort in verschiedene Richtungen entfernt. Das kostet zum einen wieder Zeit und zum anderen veführt ein derartiger Ausflug natürlich schon wieder zum Freimachen und Ablenken!

🙂 Guuuut….

Aber es gibt auch kostenlose ebooks für Studenten und diverse Seiten, auf denen Hausarbeiten, Skripte, Aufgaben + Lösungen etc. zu finden sind. Da also auch noch überall angemeldet und den Newsletter abonniert, um auch ja nichts zu verpassen! Wer meine Daten jetzt noch nicht hat, ist selbst Schuld.

Und nun sitze ich hier mit meinen ganzen Quellen und bin es leid überhaupt reinzuschauen, weil mich diese Masse an Auswahl der Quellen und an Fülle der Informationen erdrückt. Und auf einmal sieht mein kleines süßes 400 Seiten starkes VWL-Buch gar nicht mehr so schlimm aus… Am besten gucke ich doch da erstmal rein! Und wenn ich das durch habe und mich ein Kapitel wirklich noch brennend interessiert, leiste ich mir das dazugehörige Buch bei amazon. Tolle Idee! Wie gut, dass ich so schlau bin…

02/11/2009

Studienreise nach Pelzerhaken an die Ostsee

Filed under: Studienreisen — studentin @ 08:48
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Liebe Schicksalsteiler,

ich weiß, dass ich unangekündigt das Bloggen für unendlich lange 4 Tage ausgesetzt habe. Aber das hatte natürlich einen wichtigen Grund: Ich bin am Donnerstag, 10.00 Uhr Ortszeit Rheda-Wiedenbrück, aufgebrochen nach Pelzerhaken! Zum Studieren gehören Studienreisen wie Zimt und Zucker zum Milchreis! Also sollten auch wir Fernstudenten Gelegenheiten wahrnehmen, unser Wissen in anderer Umgebung zu erweitern, zu vertiefen und anzuwenden.  Das habe ich getan!

Noch am 1. Tag versuchte ich mir weiterhin die Matrizen näher zu bringen, was mit dem Blick direkt auf den Strand wahrlich schwer fiel. Aber das wäre ja auch nicht im Sinne des Erfinders solcher Reisen gewesen, wenn wir uns unterwegs mit exakt den gleichen Studienthemen befassen. Also – ein neues Thema musste her!

DIE MÖPPELOLOGIE!!!

Zu Recht fragt sich jetzt der ein oder andere, was das ist. Dieses höchst wissenschaftliche Forschungs- und Lehrgebiet erschloss sich erst in kurzer Vergangenheit und ist der breiten Masse noch nicht sonderlich geläufig. Das sollte sich in naher Zukunft jedoch ändern, denn ein Möppel kann Leben retten!

Ein Möppel erzeugt Strom und verbraucht dabei Benzin. Und trotzdem heißt er nicht Generator, Aggregat oder schlicht Stromerzeuger – sondern eben Möppel. Der Grund: Er heißt, wie er klingt!

Meine erste Bekanntschaft mit dieser Spezies schloss ich am Vormittag des 30.10.2009. Nach einer durchgemachten Nacht beschlossen wir, wenigsten von 9.30 Uhr bis zum Nachmittag ein wenig zu schlafen. Aber weil es ohne uns Durchmacher so langweilig war und wir anders nicht aus dem Bett zu bekommen waren, war dies ein klassischer Einsatzmoment für den Möppel! Ruck Zuck hingestellt, angeschmissen und gewartet. Das Warten währte nicht lange und schon war die Party- ähm – Studiengesellschaft wieder vollzählig und der Möppel hatte seinen ersten Dienst getan.

Und hier zeigt sich auch die Überlegenheit des Möppels gegenüber anderen Wachmachern: Vor dem Möppel kam das Megaphon zum Einsatz, mit welchem in den Fluren lautstark ein „Krieg“ angekündigt wurde. Aber da die besagten Nachrichtenverbreiter keine Helme trugen, war es offensichtlich, dass es nur ein Fehlalarm war. Ergebnis: Keine Reaktion. Keiner steht auf. Mission gescheitert.

Der Möppel allerdings funktioniert passiv. Einmal in Gang gesetzt, verrichtet er unbeirrt seine Dienste und lässt sich weder aufhalten noch ignorieren. ER leitet dann die Mission. Fehler wie fehlende Helme sind ausgeschlossen. Die einzige Frage, die sich stellt, ist: Hat der Möppel mehr Benzin, als wir Nerven?!

JAAA!!!

Denn der Möppel heißt ja, wie er klingt und wer hört sich nach einer durchgemachten Nacht lange so ein Geräusch an, das einen weder schlafen noch denken lässt?! DER MÖPPEL HAT GEWONNEN!

Nun war es an der Zeit den Möppel für sich zu entdecken und sich den unendlichen Verwendungsmöglichkeiten zu öffnen.

Vorgehensweise:

  1. Am Möppel darf vor Inbetriebnahme kein stromnehmendes Gerät angeschlossen sein.
  2. Ein Feuerlöscher muss bereit stehen.
  3. Vorne: Hebel nach links, Choke raus.
  4. Hinten: Hebel nach unten, Ölstand kontrollieren, Benzinfüllmenge kontrollieren.
  5. Möppel anschmeißen mit einem kräftigen Ruck an der Leine.
  6. Choke wieder rein.
  7. Geräte anschließen
  8. GLÜCKLICH SEIN

Und schon ist man in der Lage am Strand 20 Liter Tee zu kochen, einen Zeltaufbau auszuleuchten oder eine nächtlichen Taufe am Strand zu erhellen. Fabelhaft!

Jedoch aufgepasst! Nicht jedem ist die hohe Kunst der Möppelologie zugänglich und es wird Menschen geben, die sie auch noch nach Jahren nicht beherrschen werden. Denn der Möppel gehört nicht uns, sondern immer noch wir dem Möppel!

28/10/2009

Immer diese Unsicherheit

Ich mache mir bestimmt 1/3 meiner Zeit, die ich eigentlich zum Lernen reserviert habe, Gedanken darüber, ob meine Herangehensweise ans Thema wohl richtig bzw. optimal ist, ob ich genug mache, ob ich genau das Falsche lerne, ob ich auf dem falschen Weg lerne, ob ich die Matheklausur nicht doch lieber ins nächste Semester schieben sollte usw…

Das ist nicht alleine eine Form der Ablenkung, wie sie uns ja ohnehin schon das Fernstudentenleben schwer macht, sondern außerdem wirkt diese Unsicherheit auf mich auch oft sehr leistungshemmend. Ich fange an, an banalen Dingen zu zweifeln, wie z. B. ob ich mir wohl 10 Formeln merken kann oder ob mir in der Klausur denn wirklich noch der Zusammenhang zwischen Preis eines Gutes und Nachfrage nach diesem Gut einfallen wird. Das bedeutet diese Zweifel vernebeln mir meinen gesunden Menschenverstand. Mal ehrlich: Viele Dinge lassen sich doch aus dem normalen Leben ableiten und durch die Frage beantworten: Wie würde ich das jetzt entscheiden, wäre ich der Käufer/Unternehmer/… Diese Antworten haben dann nicht zwingend das Zeug zur 1,0 – aber sie würden uns wahrscheinlich sogar bestehen lassen oder wenigstens einen Einstieg in die Beantwortung der Aufgaben geben und während man dann so am Schreiben ist, fällt einem doch bestimmt wieder etwas von dem stundenlang Gelernten ein, mit dem man sich in den letzten Monaten mehr beschäftigt hat, als mit der eigenen Familie.

Und das ist doch auch schon der springende Punkt: Warum zweifeln wir so sehr an uns, wenn´s ums Studium geht?! Wir wenden verhältnismäßig viel Zeit auf um uns den Stoff anzueignen. Wir lesen, unterstreichen, schreiben ab, ergänzen, malen aus, umranden, streichen durch, kreisen ein, setzen Klammern,… und das über Wochen und Monate. Selbst im Urlaub schleppt man noch des Gewissens wegen Bücher mit sich rum, in die man ohnehin nicht reinschaut, aber allein ihre Anwesenheit beruhigt uns.

Wohin geht dann unser Sebstvertrauen, wenn es zur Abfrage dieses Wissens kommt, das doch mittlerweile zu uns gehört wie der linke Schuh zum rechten?!

Ein Beispiel: Ich wohne so an einem Ort, der eigenartigerweise von allen Familienmitgliedern 3-4 Autostunden entfernt liegt, obwohl meine Familie deutschlandweit ziemlich verstreut wohnt. Nicht, dass jetzt jemand denkt, den Wohnort hätten wir mit Absicht so gewählt… Und wenn ich nun meine Tante 1 Jahr nicht sehe, weiß ich doch trotzdem noch, wer sie ist, was sie macht, wie sie aussieht und worüber wir uns die letzten Male unterhalten haben… Oder denkt ihr vor einem Familientreffen: Oh, hoffentlich weiß ich noch, wer mein Opa ist. Was hat er früher nochmal gemacht? Wo war nochmal unser gemeinsamer Urlaub?! Mist, ich weiß nix mehr. Hilfe!!! Ich kann da nicht hin! — Zugegeben: „Ich kann/will da nicht hin“ denkt vielleicht der ein oder andere. Aber doch nicht, weil er Angst hat nichts mehr zu wissen und sich unter Fremden vorzufinden, sobald er da ist.

Aber kaum wird aus der Tante oder dem Opa das 2. Gossen´sche Gesetz macht mein Kopf dicht. Dann bin ich einsam unter Fremden. Unter fremden Begriffen, fremden Formeln, Fremdwörtern… Obwohl ich mich damit in den letzten Monaten doch so viel intensiver beschäftigt habe, als ich es je mit meiner Tante getan habe. (An dieser Stelle sei angemerkt, dass alle meine Tanten toll sind und wenn es möglich wäre, kämt ihr auf meiner Rangliste vor dem 2. Gossen´schen Gesetz!)

Warum ist das so?!

Anwtort: Es gibt keinen rationalen Grund. Allein die Tatsache, dass eine Wissensabfrage via Klausur erfolgt, macht uns solchen Kummer. Mal ehrlich: Müsste ich am Anfang eines Familientreffens einen Test schreiben über die Lieblingsfarben und Lieblingsspeisen meiner Verwandten, hätte ich auch Bammel. 😀

Aber wieso machen wir uns den Stress?! Gerade als Fernstudent hat man doch i. d. R. schon eine Berufsausbildung, sogar einen Job und muss das Studium nebenbei auch noch mit seinem Privatleben in Einklang bringen (auch wenn es manchmal eher in einen 6-stimmigen Kanon ausartet). Müssen wir uns denn vor uns selbst noch mit einer 1,0 in einer Klausur beweisen?! Und müssen wir anderen unbedingt von der Klausur erzählen?! Also ich muss meine Klausuren nicht mehr von den Eltern unterschrieben zugeben.

KEEP COOL lautet also die Devise. Es ziehen sowieso schon alle den Hut vor uns, weil wir uns das Fernstudium zutrauen. Und bei jedem Familientreffen mal einen schlauen, unglaublich akademischen Satz in die Runde geworfen reicht der Meute um ihre Bewunderung aufrecht zu erhalten. Und sooo ehrlich müssen wir ja nun wirklich nicht sein, dass wir unbedingt unsere Klausurtermine und die Noten rumerzählen müssen. Also kein Stress. Auf Nachfragen reicht doch den meisten, dass man gut vorankommt, Mathe ist eh immer das Arschloch und fertig. 🙂

Also immer locker durch die Hose atmen und ran an den Speck!

Es ist weder Raum noch Zeit für Selbstzweifel! Denn wir sind FERNSTUDENTEN!

27/10/2009

Wer sonst, wenn nicht wir!

Filed under: Tagebuch im Fernstudentenleben — studentin @ 11:43
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Ist es nicht seltsam, wie oft die Motivationslage sich an einem einzigen Tag ändern kann?! Morgens bin ich immer noch ziemlich euphorisch. Das sieht dann so aus, dass ich mir akribisch meinen Arbeitsplatz vorbereite und alles bereitlege, was ich evtl. brauchen könnte: Block, Bleistift, bunte Stifte, Kugelschreiber, Lineal, Tee, Schokolade, Taschentücher, Fremdwörterbuch (!). Hmmm…irgendwie….ach ja: Und die jeweilige Lektüre natürlich! Fast vergessen. Der Schreibtisch war halt schon so voll. Na ja, kann ja mal passieren. Und dann kann´s eigentlich auch schon losgehen mit dem schlauer werden!
Moment – erst noch schnell emails checken. Damit mich das nachher nicht ablenkt. (ist klar…) Jetzt nur noch schnell bei studivz reingeschaut, fix getwittert, dass es nun endlich losgeht, schnell noch den blog kontrolliert, wie viele Besucher gestern da waren und schon geht´s los. Okay, mit 20 Minuten Verspätung, aber dafür kann mich jetzt auch nichts mehr ablenken! Motivation 10 von 10!
Halt. Noch fix zur Toilette. So, jetzt aber.
Wir schlagen auf: Seite 79 „Elastizitäten und ihre Anwendungen“. Klingt ja schon voll nach Studium. Wenn ich das nachher in den blog schreibe, denken alle „WOW! Damit kann ich gar nichts anfangen. Und das macht die mal eben so. Ich hätte gar keine Lust mich damit zu beschäftigen.“
COOL. Das muss nachher unbedingt in den blog. Mist. Schon wieder mit den Gedanken woanders. Ich könnte jetzt schon meinen blog-Eintrag für heute schreiben.
NEIN! Du hast schon 30 min vertrödelt und immer noch nix studiert! Los jetzt. Motivation 8 von 10.

Ich lese also: „Außer der Richtung interessiert bei der Analyse von Ursache-Wirkungs-Beziehungen auch das quantitative Ausmaß der Veränderung. Das Messkonzept, das hierfür verwendet wird, ist die Elastizität. Sie gibt generell an, um wie viel Prozent sich die als Wirkung betrachtete Größe ändert, wenn sich die Ursachenvariable um ein Prozent ändert. (Volkswirtschaftslehre schnell erfasst, Herbert Edling, Springer)
Aha. Wusste ich gar nicht. Nicht schlecht. Oh nee, ich habe vorhin beim Einkaufen Äpfel vergessen. Und Molke. Da muss ich eigentlich nochmal los. Kann ich auch morgen machen. Dann kann ich heute den ganzen Tag lernen. Ja, guter Plan.
AAAARRRGHH. Schon wieder mit den Gedanken woanders. Motivation 4 von 10. Ich hol mir erstmal einen Pudding.

Telefon. Eine Freundin. Motivation = 0.

45 Minuten später. Nochmal Toilette, nochmal neuer Tee. Nochmal anfangen. Keine Lust. Warum mach ich das eigentlich?!!!

Ach ja: Ich will ja einen cooleren, besser bezahlten Job. Und ich würde einfach gern ein Diplom haben. Ich möchte es einfach schaffen, weil ich´s kann. Na hör mal – andere haben nicht mal unbedingt Abitur, ihre letzte Prüfung liegt u. U. Jahre zurück und sie müssen nebenbei noch Überstunden und ihre Kinder mit dem Studium vereinbaren. Die würden sich über so viel Zeit, wie ich sie habe, freuen! Und vor allem: Die stellen sich auch nicht so an wie ich! Wir müssen uns nur die ursprünglichen, in der Vorstellung ausgeschmückten Gründe ins Gedächtnis zurückrufen, weshalb wir uns diese Herausforderung aufgebürdet haben!
Also los jetzt. T – 73 Tage bis zu ersten Klausur. Motivation 11 von 10.

Jetzt oder nie…! 😉

Bis allerspätestens 14.00 Uhr. Denn dann laufen ja die Gilmore Girls im TV.

26/10/2009

Und jeden Tag was anderes…

Filed under: Tagebuch im Fernstudentenleben — studentin @ 15:55
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Mir geht es so, dass ich Feedback brauche. Nicht nur im Studium, sondern überall: Ja Schatz, das Essen schmeckt. Toll, wie Deine neue Hose sitzt. Schön, dass Du endlich aufgestanden bist….

Ich glaube, nur wenige können sich komplett davon frei machen eine zweite (dritte, vierte,…) Meinung hören zu wollen. Insbesondere in Bezug auf ein einsam durchgeführtes Fernstudium gestaltet sich diese Rückmeldungsholung schon etwas schwieriger. Aber zum Glück gibt es an meiner HS, wie wahrscheinlich auch an jeder anderen, eine Plattform im Internet mit Foren und Chats, in denen sich ausgetauscht werden kann. Ganz toll!

GANZ TOLL für alle, die schon mal auf eine Frage von 3 Leuten 5 Antworten haben wollten. Hier ein Beispiel: Friedrich (das Thema mit den frei erdachten Namen kennen wir bereits und es wird in diesem blog immer so sein) möchte den Arbeitsaufwand für Buchführung und Bilanzierung besser einschätzen können und bittet um Erfahrungsberichte. Diese reichen von: Einmal gemütlich durchlesen. über: 5 Tage lernen, 10 Tage üben. bis hin zu: Ich würde mir noch 3 Bücher kaufen (jedes mit ca. 300 Seiten versteht sich), alle durcharbeiten, die Übungsaufgaben machen, die Übungsklausuren der letzten 10 Jahre durcharbeiten und einen Ausbildungsplatz zum Buchhalter suchen.

Tolle Wurst. Wem hilft das denn nun weiter?!

Es ist sicherlich nett gemeint und der Fragesteller hat ja irgendwie auch selbst Schuld, wenn er Millionen Menschen die Möglichkeit gibt seine persönliche Situation einzuschätzen – aber: Muss das sein?! Jede Frage in Foren, die einen halbwegs interessiert, zieht einen Rattenschwanz an Antworten hinter sich her, sodass man nach 15 Minuten Lesen schon nicht mehr weiß, was man wissen wollte. Mir hat es noch nie etwas gebracht Foren durchzustöbern, in der Hoffnung eine für mich gültige Antwort zu finden.

Man kann jetzt versuchen einfach seine Frage zu stellen und Antworten abzuwarten. Aber VORSICHT!!!! Wehe, eine ähnliche Frage wurde bereits gestellt! Es muss Menschen geben, die sich als Hüter der heiligen Foren fühlen und doppelte Fragen sofort herausfiltern. Man bekommt dann prompt eine Antwort wie: Ähnliche Fragen wurden schon auf den Seiten 1046, 277 und 1125 gestellt. Such Dir doch die Antwort einfach mal raus, anstatt hier wertvollen Platz zu verschwenden!

Whoa! Das hat gesessen. Und schon fühle ich mich wieder dumm und klein. Wertvoller Platz…aha. Na gut, dann mal eben zu Antwortseite Nr. 1046 gescrollt, Frage gefunden – HALT! – das ist nicht meine Frage! Ja, okay, sie hat entfernt etwas mit dem Thema zu tun, über das ich etwas wissen wollte. Aber das hinkt genauso wie wenn ich nach den besten Still-BHs frage und der Foren-Hüter mich auf eine Seite schickt, in der mir erklärt wird, wie ich meine fruchtbaren Tage errechne!

Der Dummkopf. Also: Frage erneut gestellt. Ergebnis: Rauswurf durch den Foren-Hüter. Upps. Der hatte wohl doch was zu sagen.

Aber mal ehrlich: Ist es nicht besser so?! Die ganze Zeit zum Suchen eventuell wenigstens halbwegs passender Antworten kann ich doch besser ins Weiterlernen, Weiterlesen oder auch mit Oma telefonieren investieren. Wer gerne Foren nutzt – bitte sehr! Aber ich bin zu sehr den menschlichen Kontakt mit direkten Fragen und Antworten und vor allem der Möglichkeit der direkten Rückfrage gewöhnt.

Pech für mein Fernstudium, aber ich werde mich meinem Schicksal ergeben und in Zukunft ohne Feedback meinen Lernstoff bewältigen müssen. Na ja, nicht gänzlich ohne Feedback. Die Klausuren sind ja auch noch da. Und was dabei herauskommt, ist ja nun wirklich das, was zählt!

Ich mache dann also mal weiter… noch 11 Wochen bis zur Klausur.

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